Vitamin C gegen Viren

Meine Lieben,

alle die wöchentlich auf meinen Blogbeitrag gewartet haben, bitte ich hier um Entschuldigung. Leider hatten wir einen schlimmen Trauerfall in der Familie, wodurch viel liegen geblieben ist und leider auch der Blog vernachlässigt wurde. Aber ich denke, das könnt ihr mir nachsehen.


Passend zur Erkältungszeit schauen wir uns diese Woche doch einmal Vitamin C genauer an. Vitamin C wird – zumindest in China und den USA – offenbar in manchen Kliniken zur Behandlung schwerer Virus-Infektionen wie z. B. Covid-19 eingesetzt und könnte sich auch bei Grippewellen sehr gut dazu eignen, die Gesundheitssysteme zu entlasten – nicht zuletzt aufgrund seines niedrigen Preises. Von den meisten Schulmedizinern hingegen und auch von den offiziellen Ernährungsinstitutionen wird das Vitamin nach wie vor unterschätzt. Denn wie oft hören oder lesen wir den Satz, dass uns die Ernährung so wunderbar mit allen Vitaminen versorge und eine zusätzliche Einnahme keinerlei Vorteile mit sich bringen würde. Weit gefehlt, wie sich immer wieder zeigt.


Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019 zeigte klar, dass die orale Gabe von Vitamin C, die Aufenthaltsdauer auf Intensivstationen verkürzen kann und man daher bei den entsprechenden Patienten stets auch an eine Vitamin-C-Gabe denken sollte. Kranke Menschen weisen einen niedrigen Vitamin-C-Spiegel auf bzw. sie haben einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf. Das bedeutet, sie müssten um die 4 Gramm Vitamin C einnehmen, um auf einen Vitamin-C-Spiegel zu gelangen, der für einen gesunden Menschen normal ist. In der Analyse stellte man fest. dass 1 bis 3 Gramm Vitamin C pro Tag zu einer verkürzten Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation geführt haben, wobei sich dank Vitamin C auch die Zeit der künstlichen Beatmung reduzieren ließ. Angesichts dieser Einnahmemengen klingen die von offizieller Seite aus empfohlenen und stets als völlig ausreichend bezeichneten 100 mg Vitamin C etwas fragwürdig oder fast schon bedenklich. Eine andere Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen erst von Vitamin-C-Dosen von über 500 mg pro Tag profitieren... Also 5x so viel wie offiziell empfohlen. Harri Hemilä von der University of Helsinki schrieb 2004 im Journal of Antimicrobial Chemotherapy, dass Vitamin C die Widerstandskraft von Hühnern gegen ein typisches Vogel-Coronavirus erhöhe. Placebo-kontrollierte Studien am Menschen hätten gezeigt, dass die Dauer herkömmlicher Erkältungen mit Hilfe von Vitamin C verringert werden könne, so dass man davon ausgehe, dass das Risiko für Virusinfekte der Atemwege auch vom Vitamin-C-Spiegel abhänge. Drei kontrollierte Studien hätten darüber hinaus ergeben, dass Personen seltener an Lungenentzündung erkranken, wenn sie Vitamin C supplementieren.


Diese Erkenntnisse sind doch eigentlich absolut nützlich, wenn wir von Corona reden. In China lief von Februar bis Ende September 2020 eine klinische Vitamin-C-Studie unter Leitung von Dr. Zhi Yong Peng, Professor für Intensivmedizin am Zhongnan Hospitalof Wuhan University in Hubei. Die Teilnehmer hatten alle einen schweren Covid-19-Verlauf und befanden sich mit akutem Atemnotsyndrom auf der Intensivstation. Sie erhielten nun entweder über 7 Tage hinweg zweimal täglich je 12 g Vitamin C per Infusion oder ein Placebo. Man wollte herausfinden, ob Vitamin C die Zeit der künstlichen Beatmung verkürzen, die Sterblichkeit verringern, Organversagen verhindern und das Fortschreiten der Entzündung bremsen kann. Zwar konnte das Vitamin nicht die Zeit der künstlichen Beatmung verkürzen und auch die Sterblichkeit nicht verringern. Doch konnte man beobachten, dass die Lungenfunktion der mit Vitamin C behandelten Patienten kontinuierlich besser wurde, was in der Placebogruppe nicht der Fall war. Ebenso sanken die Entzündungswerte in der Vitamin-C-Gruppe im Gegensatz zur Placebogruppe. Auch wenn die Ergebnisse nicht so positiv waren, wie man gehofft hatte, so hatte die Vitamin-C-Behandlung doch deutliche Vorteile, auf die man nicht verzichten solte.


Am 1. März 2020 veröffentlichte die Shanghai Medical Association (im Chinese Journal of Infectious Diseases) eine Covid-19-Behandlungsempfehlung, welche von 30 Corona-Experten aus Shanghai ausgearbeitet wurde. Sie hatten an 300 Patienten die intravenöse Gabe von Vitamin C bei Covid-19 getestet und empfehlen für die Covid-Therapie das folgende Vorgehen (zusätzlich zur üblichen Medikation): Je nach Schweregrad der Erkrankung sollen den Patienten täglich zwischen 50 und 200 mg Vitamin C pro Kilogramm Körpergewicht intravenös verabreicht werden, was bei einem Erwachsenen mit einem Gewicht von z. B. 70 Kilogramm 3,5 bis 14 g Vitamin C wäre.


Aber Vitamin C kann noch vielmehr. Es verhindert eine Sepsis, kann bei der Behanldung von Lungenentzündungen helfen und es verkürzt insgesamt Erkältungszeiten bzw. verhindert eine Infektion. Im Umkehrschluss führt in Vitamin C Mangel zu erhöhter Infektanfälligkeit und schweren Verläufen.


In seiner Zusammenfassung zu Vitamin C und Infektionskrankheiten schreibt der finnische Vitamin-C-Forscher Harri Hemilä, dass die Dauer von Erkältungen (laut zweier Studien) bevorzugt mit hohen Dosen von 6 bis 8 g Vitamin C pro Tag reduziert werden kann. Aussagen, dass Vitamin C bei Erkältungen nicht nütze, beruhen lediglich auf Studien in denen zu niedrige Vitamin-C-Dosen (z. B. 200 mg) eingesetzt wurden.


Aber natürlich wird auch Vitamin C auf Grund seiner Nebenwirkungen kritisch betrachtet. Es kann in Einzelfällen zu Durchfall kommen, welcher allerdings nur temporär anhält. Ich will hier mal den Irrsinn auf den Punkt bringen: Man empfiehlt Impfungen, die nicht erforscht sind und hohe Nebenwirkungen aufweisen. Aber bei Vitamin C, welches schwere und u. U. tödliche Erkrankungen bei entsprechend hoher Dosierung lindern oder abwenden kann, wird davon abgeraten, weil man dann möglicherweise Durchfall bekommen könnte. Einen Durchfall, der nicht bei jedem auftritt, der überdies – falls eine solche Überempfindlichkeit vorliegen sollte – nach Absetzen des Vitamin C reversibel ist und keine bleibenden Schäden hinterlässt...

Andere Nebenwirkungen, die hohen Vitamin-C-Dosen oft nachgesagt werden, wie etwa ein erhöhtes Risiko für Nierensteine sind erstens bei der kurzzeitigen Vitamin-C-Hochdosis-Therapie in Krisenzeiten nicht relevant. Zweitens deutet alles darauf hin, dass das Nierensteinrisiko unter hohen Vitamin-C-Gaben (das überdies sehr gering ist) weniger aufgrund des Vitamin C steigt, sondern andere Ursachen hat, also z. B. nur dann steigt, wenn man gleichzeitig mit Magnesium unterversorgt oder chronisch dehydriert ist.


Natürlich muss jeder selber abwägen, aber generell auf einen ausreichenden Vitamin C Gehalt zu achten und bei Krankheit den Bedarf anzupassen, lohnt sich meiner Meinung nach. Hier sind ein paar Lebensmittel, die viel Vitamin C enthalten:

  1. Petersilie 160 mg

  2. Bärlauch 150 mg

  3. Paprika rot 120 mg

  4. Rosenkohl 110 mg

  5. Grünkohl 100 mg

  6. Brokkoli gekocht 90 mg

  7. Kresse/Brunnenkresse 60 mg

  8. Kohlrabi 60 mg

  9. Spinat 50 mg

  10. Sanddornsaft 260 mg

  11. Schwarze Johannisbeeren 170 mg

  12. Papaya 80 mg

  13. Erdbeeren 60 mg

  14. Orangen/Zitronen/frisch gepresster Orangen-/Zitronensaft 50 mg

Rohes Sauerkraut 20 mg (ist also nicht so Vitamin-C-reich, wie viele denken; der Vitamin-C-Gehalt ist sogar genauso „hoch“ wie bei gegartem Weißkohl; roher Weißkohl enthält 45 mg Vitamin C).


Da man aber gerade im Krankheitsfall wenig Appetit hat, helfen hier hochwertige Präparate auf Basis von Acerolakirsche, Hagebutten oder Sanddornbeeren. Doch auch mit diesen natürlichen Vitamin-C-Präparaten ist die Vitamin-C-Aufnahmemenge meist begrenzt. Hochdosierte Vitamin-C-Präparate enthalten daher häufig Ascorbinsäure (das reine aus dem Labor stammende Vitamin C) – entweder ausschließlich oder als Beimischung zu natürlichen Vitamin-C-Quellen. Achtet daher bitte auf eine entsprechende Qualität bei eurer Auswahl. Bleibt alle gesund und vor allem schätzt eure Gesundheit. Denn ist sie einmal kaputt, ist es schwer sie wieder zu bekommen.







32 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen