Schwarzkümmel - Wundermittel aus dem Orient

Ihr wisst ja, dass ich aus der Türkei bin und alle, die schon mit mir gegessen haben, wissen auch, dass Schwarzkümmel (als Samen oder Öl) fast nie fehlen darf. Er ist lecker, aber auch ein absolutes Superfood. Man spricht ihm recht viel zu. So soll er bei Heuschnupfen, Asthma, Rheuma, Diabetes und vielem mehr helfen.


Exkurs:

Übrigens ist Schwarzkümmel nicht mit dem echten Kümmel oder Kreuzkümmel verwandt. Der deutsche Name irritiert an der Stelle. Schwarzkümmel gehört wie auch die Butterblume und der Eisenhut zur Gruppe der Hahnenfußgewächse. Auch der Geschmack ist pfeffriger und erinnert eher an eine Mischung aus Anis, Muskat und Oregano und wird typischerweise auf Fladenbrote gestreut. Während richtiger Kümmel eher lieblich ist und in der deutschen Küche verwendet wird, Sauerkraut und Zwiebelkuchen, und Kreuzkümmel mit seiner bitteren Note zur indischen und arabischen Küche gehört, Falafel. Er wird gerne mit schwarzem Sesam verwechselt. Ist aber dreikantig und matt, während Sesam flach und glänzend ist. Theoretisch kann die Pflanze auch in Deutschland angebaut werden. Sie sind recht anspruchslos und vertragen viel Sonne. Die blaue Böüte lockt viele Insekten an. Die Blüte sieht der Jungfer im Grünen sehr ähnlich. Beide Pflanzen gehören auch in die selbe Gattung. Allerdings ist die Jungfer im Grünen nur in kleiner Menge zu verzehren, da sie ansonsten giftig ist. Sie erinnert auch mehr an Waldmeister und wird für Süßspeisen verwendet. Also rein vom Geschmack merkt ihr den Unterschied deutlich. Der Samen befindet sich in bräunlichen Kapseln, wie bei Mohn und kann von Juni bis September geerntet werden.


Inhaltsstoffe:

Nährwerte (in Prozent):

  1. Kohlenhydrate: 25 bis 40 %

  2. Fett: 22 bis 56 %

  3. Proteine: 18 bis 31 %

Vitamine (im Durchschnitt pro Gramm):

  1. Vitamin A: Keine Mengenangabe

  2. Vitamin B1: 15 μg

  3. Vitamin B3: 65 μg

  4. Vitamin B6: 9.5 μg

  5. Folsäure: 457 μg

  6. Vitamin E: Mehrere Tocotrienole (z. B. 12 mg Beta-Tocotrienol und 2 mg Gamma-Tocotrienol im Öl)

Mineralstoffe (im Durchschnitt pro Gramm):

  1. Eisen: 0.123 μg

  2. Kupfer: 0.026 μg

  3. Natrium: 0.481 μg

  4. Kalium: 5.587 μg

  5. Kalzium: 2.297 μg

  6. Zink: 0.05 μg

  7. Selen: Keine Mengenangabe

Jetzt aber mal zur gesundheitlichen Wirkung, denn die ist erstaunlich und wurde sogar klinisch erforscht. Schwarzkümmel wirkt antioxidativ, entzündungshemmend, antibakteriell, antiparasitär, antiviral, blutdrucksenkend, stärkend auf das Immunsystem, schützend auf die Zellen (insbesondere auf die Lunge, die Leber und die Nieren), krebshemmend. Man konnte Erfolge bei folgenden Problemen verzeichnen:

Diabetes, Hyperlipidämie (erhöhter Cholesterinspiegel), Rheuma und Arthrose, Hashimoto Thyroiditis, Vitiligo (Weissfleckenkrankheit), Asthma, Allergische Rhinitis (z. B. Heuschnupfen), Krebserkrankungen (Thymochinon hat eine starke krebshemmende Wirkung bei verschiedenen Krebsarten gezeigt – unter anderem bei Darm-, Leber-, Brust-, Gebärmutterhals-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs), Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden, z. B. Sodbrennen, Aufstossen), Bakterielle und virale Infektionen, Unfruchtbarkeit (bei Männern) und Entzugserscheinungen. Ich selber nutze das Öl bei Entzündungen im Mundraum. Es ist sehr intensiv und gewöhnungsbedürftig, aber es wirkt wirklich sehr schnell und eben rein pflanzlich. Auch hier also wieder eine Superpflanze, die eine wunderbare Alternative zur Chemiekeule darstellt.


Beim Kauf solltet ihr darauf achten, dass es kaltgepresst wurde und eine Bio-Qualität aufweist. Höhere Temperaturen zerstören die Inhaltsstoffe. Auch sollte es eine Erstpressung sein, das bedeutet, dass der Samen nur einmal gepresst wure. Jede weitere Pressung liefert einfach nur einen Bruchteil der Wirkstoffe. Idealerweise bekommt ihr zudem ungefiltertes Öl. Es ist intensiver im Geschmack, dunkler, dickflüssiger und enthält sämtliche gesundheitsfördernden Stoffe (Trüb- und Schwebstoffe), die bei einer Filterung entfernt werden. Ungefiltertes Öl solltet ihr vor dem Verzehr aber schütteln. Ebenfalls ist Öl aus gekeimten Schwarzkümmelsamen erhältlich. Dieses soll besonders bekömmlich und darüber hinaus noch gesünder sein, da bei der Keimung der Samen die Produktion von Vitalstoffen angekurbelt wird. Manchmal findet ihr Schwarzkümmel auch unter dem Namen Kalonji. So wird er in Indien genannt.


Die Dosierung von Schwarzkümmelöl richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden. Deshalb ist es schwierig eine allgemeingültige Dosierung abzuleiten. Zur Stärkung des Immunsystems wird beispielsweise empfohlen, täglich 1 Teelöffel des Öls vor dem Frühstück einzunehmen. Als begleitende Massnahme bei gesundheitlichen Beschwerden wird hingegen zur Einnahme von 1 bis 3 Teelöffeln über den Tag verteilt geraten. Drei Teelöffel entsprechen etwa einem Esslöffel des Öls.

Um den intensiven Geschmack etwas abzumildern, kann das Öl mit ein wenig Honig gemischt oder in einen frisch gepressten Saft gegeben werden. Bei empfindlichen Menschen kann es nach der Einnahme auf leeren Magen zu Übelkeit kommen. In diesem Fall empfiehlt es sich, das Öl erst nach dem Frühstück einzunehmen.

Bei den Schwarzkümmelöl-Kapseln unterscheiden sich die Einnahmeempfehlungen je nach Hersteller. Meistens wird empfohlen dreimal täglich eine Kapsel à 500 mg jeweils vor oder nach einer Mahlzeit einzunehmen (je nach Verträglichkeit). Manche Hersteller schreiben, dass kurzfristig sogar bis zu sechs Kapseln pro Tag eingenommen werden können, zum Beispiel bei starken Heuschnupfensymptomen. In diesem Fall nimmt man jeweils zwei Kapseln zu den Mahlzeiten.


Erfahrungsgemäss kann die Einnahme von Schwarzkümmelöl in den obigen Dosierungen auch bei Neurodermitis und Schuppenflechte helfen. Mittlerweile gibt es auch Schwarzkümmelöl-Cremes und -Salben in Apotheken, Drogerien und Onlineshops zu kaufen, die unabhängig von der inneren Einnahme mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.


Da die im Schwarzkümmelöl enthaltenen ätherischen Öle die Wehen anregen könnten, wird Frauen in der Schwangerschaft generell davon abgeraten, Schwarzkümmelöl einzunehmen. Ausserdem ist nicht bekannt, ob die Inhaltsstoffe des ätherischen Öls in die Muttermilch übergehen können, weshalb auch in der Stillzeit von der Einnahme abgeraten wird. Zum Würzen kommen jedoch nur wenige Gramm Schwarzkümmelsamen zum Einsatz – dies stellt kein Problem dar.











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